Im Geheimen

Ich kann nicht verbergen, die cobaltblaue Sehnsucht meiner Seele
Die hungernde Rastlosigkeit auf der Suche nach Unendlichkeit.

Ich kann nicht verbergen, den rubinroten Willen in meinen Adern.
Die ungeheuere Stärke die alle Widrigkeiten überstehen lässt.

Ich kann nicht verbergen, die smaragdgrüne Hoffnung meines Geistes
Die nichtendende Zuversicht und Glaube an das Licht dieser Welt.

Ich kann verbergen, die wolf-schwarze Leere meiner Seele,
die geheimen Zweifel aus den Wurzeln meines Seins.

Ich kann verbergen, die silber-glänzende Liebe meines Herzens,
Die letzte Zartheit die ich trage als schleierhafte Zierde.

Lass dich nicht blenden von Sonne und Mond.
Lass dich nicht täuschen von Nacht und Nebel.

Im Geheimen bin ich.

Auf der anderen Seite

Wir saßen am Fluss, in dem sich die Lichter der Stadt spiegelten wie ein Gemälde Van Goghs. Auf der anderen Seite küssten Lichter das Wasser, während wir hier saßen in der kalten Nacht. Deine Worte öffneten, sanft und leise, den lichtlosen Abgrund in dir. Mit jedem Wort und jeder aufkommenden Träne breitete sich diese pechschwarze Lache über allem aus und ich wünschte, mein Schwert hätte gereicht. Ich konnte sehen wie das, was nicht werden sollte, verdrängt wurde von einer schwarzen Gestalt, dessen Brüder zu lange in mir gehaust hatten. Mein Körper war angespannt, Blut schoss mir durch die Adern und ich ließ geschehen. Mit aller Kraft hörte ich einfach nur zu, denn es gab keine Worte. Wollte, dass der Dämon von dir ablässt, ich triefend bin vom Petroleum, bereit aufzugehen wenn es dir hilft. Bis mir klar wurde, dass ich in meinen Händen kein Schwert hielt, sondern die Schippe und lange genug den Graben ausgenommen hatte, in dem es jetzt liegt. Weiterlesen…

Namenlos

Gröle in die Untiefen
„Vertraue in mich“
Siehst nur meinen scheusslichen Fang

Greife in die Ferne
„Baue auf mich“
Siehst nur mein zerschlissenes Fell

Schmeisse mich zu Boden
„Glaube an mich“
Siehst nur meinen vernarbten Leib

Mit meinen Reisszähnen
habe ich all das Böse zerrissen
Weil ich in dich vertraue

Mit meinem Körper
habe ich all die Dornen abgehalten
Weil ich auf dich baue

Mit meinem Ganzen
habe ich all die Abgründe überwunden
Weil ich an dich glaube

Mein größter Feind
Mein größter Schmerz
Meine größte Heimsuchung

Kalt und wild zu sein
Schwarz und fern zu bleiben
Namenlos in deiner Welt

José David da Torre Suárez

Turno de dia (Mutilado de guerra)

Pepe, irgendwann wusste ich: das alles hat jetzt ein Ende. Die Schlacht ist geschlagen. Auf zu neuen Ufern, denn die blaue Blume findest du nicht zwischen Blindgängern und Gewehrsalben. Es. blieb mir nichts anderes, als auf dieser wackligen Nussschale in die raue See zu stechen. Bis auf den Grund des Meeres bin ich gesunken und habe in der Tiefsee mein Glück versucht und mich dort verloren. Wieder aufgetaucht und durch die Eiseskälte von Wölfen gezogen worden; schneeverweht in weissen Nächten, die den Tag so fern halten.

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Cambio de turno (Combatiente joven)

Pepe, der Weg bis hierher, er war voller Entbehrungen und Elend. Als du damals begriffen hast das ist la guerra und du in ihr. Das war wichtig. Als dir klar wurde, dass du an die Waffe gehen musst, weil sie sonst dich und alle untergehen lassen. Es war notwendig. Ich weiß Pepe, wie schwer es dir fiel abzudrücken und dir selbst eine Stimme zu geben, Kriegstelegramme mit der Brieftaube um die Welt. Doch es wäre heute nicht so geworden.

Lo siento Gracias a ti.

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Turno de noche (Niño soldado)

Sabados. Samstage waren die dunkelsten Tage. Pepito, erinnerst du dich noch an diese Samstage? Wenn in der televisión spanische Abendunterhaltung lief und du dich diesen Bildern hingabst? Als wenn es überdecken konnte was sich im Wohnzimmer abspielte. Du lächelnd von den Darbietungen, während el hombre auf dich niederprasselte. Die Bilder der Flimmerkiste verdrängen sollten, während er dich in die Ecke drängte.

Lo siento.

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