Obscuridad

Du bist das Unheimliche, nicht erreichbare, in das ich mich zurückziehe wenn alles in Kriegstrümmern liegt. Du bist der dunkle Raum, in dem ich nur durch mein Funkeln sehen kann und mir dessen Kraft bewusst werde. Du bist der wahre Krieg, den ich schlage und der mich ablenkt von der Schlacht dort draußen. Du bist das kalte Laternenlicht, in dem ich mich Motte verliere. Der letzte Zug beim Bankdrücken, der meine Muskeln versagen lässt und mich zitternd zusammenbrechen lässt, obwohl ich es für erreichbar hielt.

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Turno de dia (Mutilado de guerra)

Pepe, irgendwann wusste ich: das alles hat jetzt ein Ende. Die Schlacht ist geschlagen. Auf zu neuen Ufern, denn die blaue Blume findest du nicht zwischen Blindgängern und Gewehrsalben. Es. blieb mir nichts anderes, als auf dieser wackligen Nussschale in die raue See zu stechen. Bis auf den Grund des Meeres bin ich gesunken und habe in der Tiefsee mein Glück versucht und mich dort verloren. Wieder aufgetaucht und durch die Eiseskälte von Wölfen gezogen worden; schneeverweht in weissen Nächten, die den Tag so fern halten.

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Cambio de turno (Combatiente joven)

Pepe, der Weg bis hierher, er war voller Entbehrungen und Elend. Als du damals begriffen hast das ist la guerra und du in ihr. Das war wichtig. Als dir klar wurde, dass du an die Waffe gehen musst, weil sie sonst dich und alle untergehen lassen. Es war notwendig. Ich weiß Pepe, wie schwer es dir fiel abzudrücken und dir selbst eine Stimme zu geben, Kriegstelegramme mit der Brieftaube um die Welt. Doch es wäre heute nicht so geworden.

Lo siento Gracias a ti.

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Turno de noche (Niño soldado)

Sabados. Samstage waren die dunkelsten Tage. Pepito, erinnerst du dich noch an diese Samstage? Wenn in der televisión spanische Abendunterhaltung lief und du dich diesen Bildern hingabst? Als wenn es überdecken konnte was sich im Wohnzimmer abspielte. Du lächelnd von den Darbietungen, während el hombre auf dich niederprasselte. Die Bilder der Flimmerkiste verdrängen sollten, während er dich in die Ecke drängte.

Lo siento.

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Dich dich dich

Dich, der mich auf die Knie fallen lässt dich der das Blut in mir rauschen lässt dich der mich entthront will dich spüren wie ich nichts gespürt habe in diesem Leben dich lieben dich der mich aus meinen Grundankern reisst dich der mich vergessen lässt was vor dir war dich lieben dich der das Blut in mir rauschen lässt dich der mich mit meinen Dämonen nimmt dich der mich erschüttert zerfetzt bewusstlos macht dich der die Schleier dieser Welt zerreisst dich der mir Frieden schenkt dich lieben dich der mich auflöst dich der mich schätzt dich der mir den Boden raubt dich der mich trunken macht von Liebe dich der mich auffrisst dich will ich dich in den ich mich verlieren lasse dich der mir genügt dich der mir das Gewehr nimmt dich dich dich dich dich der mich die Last auf den Schultern vergessen lässt dich der mir die Dornenkrone nimmt dich der mich auf die Knie fallen lässt dich der mich bedingungslos nimmt wie ich bin dich dich der die Einsamkeit aus meinen Sinn vertreibt dich dich der in der Nacht auf mich wartet lieben lieben dich dich der mir Heimat gibt dich der mich umarmt wenn nichts mehr bleibt dich der den Funken entflammt dich dich den ich habe enttäuscht dich der meine Wunden heilt dich der steht wenn alle längst gefallen dich will ich dich der das blau ist dich lieben dich der im Krieg bleibt dich der mich glühen lässt dich der mich aus meinen Grundankern reisst dich der meine Geister vertreibt dich der mich der Dunkelheit nimmt dich dich der mich wecken wird den ich lieben will bis ich nicht mehr bin dich dich will ich lieben mit allem dich der du nicht bist und nicht sein wirst

José David da Torre Suárez, 2018

Jenseits von gut und böse

Es ist mir egal, ob sie mich am Ende vergöttern oder verteufeln; mir die Krone aufsetzen oder mich entthronen. Solange sie mich entfremden, kann ich jenseits von gut und böse sein. All mein Wirken und Schaffen ist letztlich darauf ausgerichtet. Es geht nicht darum, Lob zu erhalten und bejubelt zu werden, sondern irgendwo fernab von Erstaunen, Bewunderung und Abscheu zu sein. Um am Ende aller Tage den Unterschied gemacht zu haben.