1:0 für den Feind

Es hat seine Gründe. Die graue Armee versucht mich einzunehmen. Auf einen Krieg habe ich mich vorbereitet. Granaten und Bomben, Angriffe und Anschläge habe ich erwartet und abgewehrt. Elena zu schicken, das war raffiniert: Infiltration, der Einsatz von Spionage und Sabotage – wer hätte das erwartet?

Ich wurde stutzig, diese Müdigkeit war mir unbekannt. Dachte, es ist nur eine Ausdruck des Moments. Denn, solange Langweile nicht Einkehr nimmt, muss ich mir keine Gedanken machen. Die ausbleibenden Einträge in meinem Tagebuch, ich habe dem keine Bedeutung zugemessen. Nach 20 Jahren Lebenszeit, können diese Dinge ausbleiben. Selbst als es im Club nicht ein Gefühl der Einsamkeit, sondern Desinteresse seine Präsenz zeigte, dachte ich nur an einen kurzweiligen Sinneswandel. Dass man Wachposten ausgeschaltet, Sprengsätze an strategischen Punkten platziert hatte, das hatte ich deutlich verkannt.
Die Bücher, die links liegen gelassen wurde, obwohl vom großen Interesse, das wurde von mir als Nichtigkeit behandelt. Erst heute, als ich mir das Leben grauer als der Asphalt der Straße erschien, wurde mir das Ausmaß bewusst.

Aber was tun? Was tun, wenn alles in Trümmern liegt, die eigenen Soldaten sich ergeben haben, übergelaufen sind? Wenn die Seele Kriegsgefangene ist? Aufgeben? Nein, auf kniend, als Hund nimmt mich der Tod nicht in Empfang.

Dieser unbekannte Feind kämpft mit unfairen Mitteln, doch solange mir noch etwas vom Funkeln bleibt, nimmt mich diese Dunkelheit nicht ein. Te tengo en raya, enemigo. 1:1 steht es inzwischen. Holt Elena ab, sie verdient eine Beerdigung.

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