Verwelkte Zeilen

Der Eintrag „Nichts sein und nichts lieben“ hat ziemliche Reaktionen ausgelöst, die alle in die selbe Kerbe geschlagen haben.

Um meine missliche Lage, zumindest für mich, etwas besser zu erläutern, habe ich etwas aus vergangenen Jahren gefunden. Ein Relikt, dass schon mehr als 4 Jahre alt ist. Aus Zeiten stammt, in denen meine Gedanken den heutigen nicht ähnlich waren. Zu betonen ist, dass es hier weniger um die Liebe zwischen Menschen geht, sondern die gesamte Lebensausrichtung und -verwirklichung.

Es ist ein Brief, der in meinem Tagebuch liegt, den ich seit langer Zeit nicht mehr gelesen habe.

Liebe,

nicht mehr als ein naiver Traum meiner Seele scheinst du zu sein… Fern vom Herzen, habe ich dich nur in Gedanken, während mein Herz in eine andere Richtung schlägt… mich schlägt…

Dachte ich in Vergangenheit, deinen sanften, wohligen Dunst zu spüren… ja deine Anwesenheit zu wissen, weiß ich heute, dass du nur einfältige Illusion warst.

Vielleicht bin ich fähig, den Duft zu wittern… Ist dieser letztlich nicht mehr als ein Splitter, eine Facette, die kümmerlich dich mir näher brint. Für einen herrenlosen Hund wie mich mehr als erhofft, mehr als je erwartet. Vielleicht bin ich nicht fähig, nicht bereit, dich in meiner Brust zu tragen, zu großartig für mich unschlüssigen Seelenstreicher bist du.

Aufgeben werde ich niemals, denn selbst deine kurze Visite hat mich aufleben lassen, all den Staub vom Spiegel genommen.

Ich kann die Einsamkeit ertragen, war sie mir immer ähnlich und guter Leidensgenosse. Es reicht vollkommen, dich in kürzen Schuben zu spüren, die fern ab vom Trieb sind.

Mag ich deine menschliche Form nicht gesehen habe, so glaube ich daran. Die Momente, die du in mir schwängerst, sind Grund genug für mein Hoffen, mein Wille nach dir zu streben. Insha’Allah, eines Tages, werden meine Lippen die deinigen fühlen.

Doch solltest du mich auf ewig verlassen… ehe du gehst… nimm meinen Körper mit dir…

xxx

José David

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