Ausbrennen

Auf der Suche nach den letzten Schimmern trägt mich der samtene Wind durch die blaue Tiefe Ich schweife ab in meinen leeren Herzschlag vergesse mich selbst vergessen längst mein letzter Augenschlag MIch selbst verirrt und verloren lasse sie gehen glänzend fallen sie von mir hinab wie ausbrennende Sternschnuppen Ergreife in ihrem Körper das Funkeln der Irrlichter Entzünde das fantastische Feuerwerk der Einsamkeit zerreisse den trüben Schleier dieser Welt Ein Rätsel ich dir bin weil meine Sehnsucht dir fremd Auf deiner Suche nach Freude treibt dich der Cognac in die Besinnungslosigkeit Reibst deinen schwitzenden Leib an fremde Menschen im Takt der leeren Melodie Auf der Suche nach Befriedigung treibt dich der Cognac in die Besinnungslosigkeit Der schwere Taktschlag treibt dich voran schwitzend dein Körper Dein Anblick ist tief in mir Teil von mir Was dir bleibt sind nur Tränen die glänzend hinab fallen ausbrennen wie Sternschnuppen Dein Blick ist trüb lässt die Welt für dich erscheinen wie Ich fliehe vor dir hinterlassen habe ich nur die Tränen Dein Anblick tief in Was bleibt sind Tränen die glänzend hinab fallen aus brennen wie Sternschnuppen Was bleibt sind Tränen die glänzend hinab fallen ausbrennen wie Sternschnuppen Alles vergänglich Vergänlich alles erscheint im Angesicht deines blassen traurigen Denn nichts ist etwas wert wenn ich deine Augen erblicke Tränen die glänzend herabfallen erinnernd an ausleuchtende Sternschnuppen Wird mir bewusst wie zerbrechlich Nichts ist mehr etwas wert erblicke ich dein Angesicht Weder wissend wer oder was ich bin vergessen auch mein letzter Augenschlag Tränen die glänzend nach unten fallen Gleichnis ausbrennender Sternschnuppen Treibend mich der Herzschlag bebend mein ganzer Körper Die Wärme spürend Ich weiß nichts mehr von letzter Nacht In dieser blauen Tiefe suchend nach funkelnder Wärme Verirrt und verloren streife ich durch die schwere Nacht Auf der Suche nach Schimmern in dieser blauen Tiefe trägt mich der samtene Wind in deine Stube Verhaltene Worte des Verlangens mir entweichen Verliere ich mich Mir nicht bewusst in welcher Schon längst vergessen die letzten Momente lockt mich die Wärme zu dir Sanfte schwache Töne des Verlangens entwichen mir Ich trete heran zu dir spüre mich nicht mehr erkenne mich längst nicht mehr

Nur

uns

ausbrennende

Sternschnuppen

Verwelkte Zeilen

Der Eintrag „Nichts sein und nichts lieben“ hat ziemliche Reaktionen ausgelöst, die alle in die selbe Kerbe geschlagen haben.

Um meine missliche Lage, zumindest für mich, etwas besser zu erläutern, habe ich etwas aus vergangenen Jahren gefunden. Ein Relikt, dass schon mehr als 4 Jahre alt ist. Aus Zeiten stammt, in denen meine Gedanken den heutigen nicht ähnlich waren. Zu betonen ist, dass es hier weniger um die Liebe zwischen Menschen geht, sondern die gesamte Lebensausrichtung und -verwirklichung.

Es ist ein Brief, der in meinem Tagebuch liegt, den ich seit langer Zeit nicht mehr gelesen habe.

Liebe,

nicht mehr als ein naiver Traum meiner Seele scheinst du zu sein… Fern vom Herzen, habe ich dich nur in Gedanken, während mein Herz in eine andere Richtung schlägt… mich schlägt…

Dachte ich in Vergangenheit, deinen sanften, wohligen Dunst zu spüren… ja deine Anwesenheit zu wissen, weiß ich heute, dass du nur einfältige Illusion warst.

Vielleicht bin ich fähig, den Duft zu wittern… Ist dieser letztlich nicht mehr als ein Splitter, eine Facette, die kümmerlich dich mir näher brint. Für einen herrenlosen Hund wie mich mehr als erhofft, mehr als je erwartet. Vielleicht bin ich nicht fähig, nicht bereit, dich in meiner Brust zu tragen, zu großartig für mich unschlüssigen Seelenstreicher bist du.

Aufgeben werde ich niemals, denn selbst deine kurze Visite hat mich aufleben lassen, all den Staub vom Spiegel genommen.

Ich kann die Einsamkeit ertragen, war sie mir immer ähnlich und guter Leidensgenosse. Es reicht vollkommen, dich in kürzen Schuben zu spüren, die fern ab vom Trieb sind.

Mag ich deine menschliche Form nicht gesehen habe, so glaube ich daran. Die Momente, die du in mir schwängerst, sind Grund genug für mein Hoffen, mein Wille nach dir zu streben. Insha’Allah, eines Tages, werden meine Lippen die deinigen fühlen.

Doch solltest du mich auf ewig verlassen… ehe du gehst… nimm meinen Körper mit dir…

xxx

José David

Nichts sein und nichts lieben

Die letzten Tage, in denen mein Leben langsam droht, ein Alltag zu werden, habe ich viel über meine persönliche Zukunft nachgedacht. Nicht, dass ich sonst nicht introspektiv bin, aber derlei Selbstzweifel sind von seltener Natur.

Dabei stelle ich mir immer wieder die Frage, ob es gewisse Werte gibt, die für ein erfülltes Leben notwendig sind. Ich meine damit nicht bloß Dinge, die wohltuend sein können, sondern spreche von einer Art Quintessenz. Ich verwehre mich solchen Dogmen und halte es gerne wie Picasso:

„Wenn es nur eine einzige Wahrheit gäbe, könnte man nicht hundert Bilder über das selbe Thema malen.“

Erst vor einer Woche war ich während eines Kurzurlaubs in Spanien und hatte die Möglichkeit, Zeit mit meinem jüngsten Neffen (2 Jahre, bald 3) zu verbringen. Dabei ist mir wieder klar geworden, welcher Segen Kinder sein können. Egal wie nervtötend ihr Weinen auf Dauer ist, ihr Lachen überschattet alles negative. Die ersten Schritte, die ersten Worte, der Lernprozess des Sprechens, all das sind wunderbare Momente, wie man sie sonst nicht erlebt.

Ob ich jemals ein Vater sein werde, überhaupt ein guter? Ich höre immer wieder, dass ich kinderlieb bin und eine gute Vaterfigur abgeben würde. Die Chancen, die ich in der Liebe hatte, habe ich alle nur halbherzig genutzt. Ich werde mehr und mehr kalt in dieser Hinsicht, würdige selbst schönen Frauen keinen Blick mehr. Sind es die schlechten Erfahrungen? Weniger das, auch nicht, dass ich in meiner Familie kaum Zuneigung gespürt habe. Es sind viel mehr die Erwartungen, die ich an die Liebe gestellt habe. Gedichte und Lieder waren es, die mir ein Bild vermittelt haben, was nicht mit der Realität übereinstimmen kann. Eine Vereinigung zweier Seelen, körperlich und geistig, die die Grenzen des Bewusstseins übersteigt und zu meinem Seelenheil mündet. Das ist schwer zu finden, überhaupt schwer zu fühlen, wenn man nicht bei der Sache ist.

Ich kann nicht ergründen, warum mir die Einsamkeit so attraktiv erscheint. Diese Zeilen sollen auch keine Kapitulation sein, ich stelle nicht meine Existenz in Frage. Jedoch gibt es zarte Momente, in denen mein Herz etwas warmes von sich gibt, wie sonst nie. Leider kann ich mich nicht erwärmen, diese Augenblicke zu übersteigen.

>Alles was mir bleibt, in diesen Zustand zu schwelgen, sind meine Gedanken, die ich in meinem Tagebuch verewige, in Versen und Geschichten niederbringe. Aber meine rege Brieffreundschaft mit der Liebe nimmt langsam ein Ende. Noch summe ich die Melodie auf meinen Lippen, doch werde immer leiser, bis ich vielleicht eines Tages verstumme.

Wenn die Menschen wirklich wüssten, was mein größter Wunschtraum ist. Dieser bricht alle vorstellbaren Grenzen. Ich werde ihn aber mit niemanden teilen, da er im Diesseits keinen Wert hat. Gegen ihn ist sogar die Liebe für einen Kühlschrank wie mich erreichbar.

Dumm und unfähig komme ich mir vor, fast schon hilflos, wenn ich meine Eskapaden mit der Liebe durch den Kopf gehen lassen. Bin ich unentschlossen? Ist es noch zu früh, sich tatsächlich für einen Weg zu entscheiden? Einsamkeit verlangt Standhaftigkeit und Kraft, sonst verkümmert die Seele. Zeigt sich schon der erste Schimmel?

Momente wie diese sind es, in denen ich alle tausend Schleier dieser Welt zerreissen möchte, damit wir alle wirklich sehen können. Dabei sind diese nur Schleier zwischen mir und der Wahrheit, nicht zwischen der Wahrheit und mir.

„Nichts sein und nichts lieben, ist identisch.“, Ludwig Feuerbach. Zitat des Tages bei Wikiquote, wie passend.